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Internet halbiert Alkoholkonsum


Es gibt zahlreiche Hilfen für Alkoholabhängige, um vom Trinken loszukommen. Auch im Internet – leider bisher nur mit mäßigem Erfolg. Doch jetzt konnte ein neues, an den Nutzer angepasstes internetbasiertes Selbsthilfeprogramm beim Kampf gegen die Sucht überzeugen.

Kampf gegen die Sucht ist schwer

In Deutschland leiden über 3 Millionen Menschen an einer alkoholbezogenen Störung. Methoden und Programme zur Reduktion des Alkoholkonsums gibt es viele, sowohl in Gruppentherapien, Reha-Einrichtungen als auch barrierefrei im Internet. Doch die Erfolge sind mäßig, der Kampf gegen die Sucht für Alkoholabhängige ist und bleibt schwer.

Ob ein individuell angepasstes internetbasiertes Selbsthilfeprogramm Menschen besser helfen kann, ihren problematischen Alkoholkonsum zu reduzieren, haben jetzt Ärzte von der Uniklinik Hamburg in einer kontrollierten Studie an 608 Erwachsenen untersucht. Teilnehmer waren Männer und Frauen mit riskantem Alkoholkonsum, d.h. mit einer Aufnahme von > 24 Gramm (Männer) bzw. > 12 Gramm (Frauen) reinem Alkohol täglich.

Internet als Verhaltenstherapeut

Grundlage der Untersuchung ist die neu entwickelte Software Vorvida mit verschiedenen Elementen aus der kognitiven Verhaltenstherapie, die individuell an den Nutzer angepasst wurde. Auf diese Weise entstand eine Art Dialog mit Unterstützung für Situationen, in denen das Risiko für einen Alkoholmissbrauch hoch ist. Die Interventionsgruppe erhielt sofort Zugang zu dem neuen Programm, die Kontrollgruppe erst nach Abschluss der Studie.

Alkoholkonsum halbiert

Nach 6 Monaten war bei den Teilnehmern der Interventionsgruppe der durchschnittliche tägliche Alkoholkonsum auf etwa die Hälfte zurückgegangen, berichten Jördis Zill und ihre Koautoren im Deutschen Ärzteblatt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe tranken sie etwa 11 g Alkohol täglich weniger, außerdem waren sie 3 Tagen im Monat seltener betrunken. Das internetbasierten Selbsthilfeprogramm kam auch gut an: 94% der Nutzer würden es Freunde und Bekannten mit ähnlichen Problemen weiterempfehlen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

20.03.2019 | Von: Koldunova Anna/Shutterstock.com

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